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Die Story

Worum es hier eigentlich geht...

Am Anfang war da nur der Frust, mit einem alten SCHEISSALFA über den Tisch gezogen worden zu sein, eine Tafel Milka-Noisette und ein DSL-Anschluß. Doch dann wurde die Dreckskarren-Ebay-Auktion von der kleinen dummen Mini zu einem großen Abenteuer durch den virtuellen Märchenwald.

Sie traf auf keifende Zwerg-Besitzer, gute Feen, fauchende Tittenmonster, heiratswütige Katze-im-Sack-Käufer, edle Ritter, kleine Prinzen, schmerzfreie Tourette-Poeten, wunderbare Minnesänger und wirre Psycho-anal-ytiker.

Mini gewann viele neue Freunde und lernte dabei eine Menge neuer Fäkalausdrücke.

Mittlerweile gibt es die komplette Geschichte inkl. der Original-Auktion als Buch zu erwerben.
Der Gewinn aus dem Verkauf geht ebenfalls an die Deutsche Kinderkrebshilfe, wie schon zuvor die zahlreichen Spenden von Ebay-Mitgliedern, die Minis Verluste mindern wollten.

Mini wurde am 15. Dezember zu Günther Jauch in STERN TV (RTL) eingeladen, nachdem Anfang Dezember ein Artikel über sie im STERN erschienen war.


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Der folgende Artikel erschien am 9. Dezember 2004 im STERN.

Rache für Rostlaube

(STERN vom 9.12.2004)

Mit derbsten Worten bot MINOU WITTICH ihren Alfa bei Ebay an, wütete wider den Vorbesitzer – und schrieb so einige Tage lang Internet-Geschichte(n)

Giuseppe Tizza ist ziemlich verwirrt: „Das Auto kann doch nichts dafür“, sagt er traurig. Der gebürtige Sizilianer ist Besitzer einer kleinen Werkstatt im hessischen Rosbach. Dort schraubt er am liebsten an alten Alfa Romeos herum. Er guckt mitleidig auf das braune Coupé, Baujahr 1974. „Ich liebe diese Autos“, sagt Tizza. Dann sieht er zu der jungen Frau hinüber, die in der Nachbarschaft wohnt und ihn gebeten hat, sich das Auto einmal gründlich anzuschauen. Sie hat die Hände in den Manteltaschen vergraben und macht ein Gesicht, als ob sie auf der Stelle kotzen könnte. Dafür hat der freundliche Herr Tizza vollstes Verständnis, denn „das Schwein hat die arme Frau voll über den Tisch gezogen“, sagt er. Nur können das Auto ja nichts dafür, wiederholt Tizza.
Die wütende Frau heißt Minou Wittich und ist eigentlich gar nicht böse, sondern vielmehr herzensgut. Allein schon deshalb, weil sie zu ihren beiden leiblichen Kindern noch ein behindertes Mädchen adoptiert und eine dreibeinige Hundedame aus dem Tierheim geholt hat. Und weil die 35-Jährige so ein großes Herz hat, konnte sie gar nicht anders, als einem Bekannten (dem besagten Schwein) in finanziellen Schwierigkeiten eine Stange Geld zu leihen. 6500 Euro. Als Pfand bekam die Wittich jenen braunen Alfa „in hervorragendem Zustand“ (Zitat Schwein) – und die Zusage, es wolle ihr das Geld im erneuten Tausch gegen das Auto nach einem Jahr zurückgeben. Doch das ist lange her, der Mann „geht nicht mal mehr ans Telefon“, und obendrein befindet sich der braune Alfa keinesfalls in einem guten Zustand, das kann Herr Tizza nur bestätigen.

Also setzte sich Minou Wittich eines Abends Mitte November an den Computer, verputzte eine ganze Tafel Schokolade gegen den Frust und bot das Auto bei Ebay zur Versteigerung an – auf ziemlich ungewöhnliche Weise: Wittich, von Beruf Radiomoderatorin, ließ in der Beschreibung der Ware nämlich nichts aus. Weder den erbärmlichen Zustand des Alfas („Dreckskarre“) noch ihren Hass auf den Vorbesitzer, über den sie sagt, „er machte auf dicke Hose mit der Karre, der brauchte den Alfa, um bei den Mädels zu landen“. Und weil Minou Wittich schon mal so richtig in Fahrt war, setzte sie noch einen drauf. „Alfa-Fahrer haben wahrscheinlich einen kleinen Pimmel“, schrieb sie.

Das genügte, um eine wohl einmalige Resonanz auf einen Ebay-Artikel hervorzurufen. Weit über 90000-mal wurde das Angebot mit dem Titel „Scheiss-Alfa“ angeklickt. Wittich (Ebay-Name: mini2410) bekam rund 1300 E-Mails von denen sie einen Teil kommentierte und wiederum im Netz veröffentlichte. Beobachter verschickten den Link an Freunde, Kollegen und natürlich an Alfa-Fahrer, die mitunter tief gekränkt E-Mails verfassten und dabei Wittichs Wortwahl noch übertrafen.
Ebay löschte das Angebot nach zwei Tagen. Wittich aber machte die anstößigen Wörter teilweise unkenntlich („Sch****Alfa, Kleine P*****“) und setzte die Show fort. Auszüge: „Wahrscheinlich hast du selbst den kürzesten Schw*** von allen“, schrieb ein Alfa-Fahrer, der im Übrigen keinen Gleichgesinnten kenne, der „mit seiner Karre oder seine P**islänge unzufrieden ist.“ Kommentar von Minou Wittich: „Ja, ich habe den Kürzesten von Euch allen, denn ich bin EINE FRAU!!!! Dass Alfa-Fahrer noch nicht einmal diesen Unterschied auf die Reihe kriegen...“

Wittichs Schlagfertigkeit („Wie lange musstest du auf diesen Witz sparen?“) führte zu ungeahnten Sympathiebekundungen, auch von männlicher Seite. Das Auto geriet in den Hintergrund des Interesses, statt Geboten bekam die Besitzerin fünf Heiratsanträge. Viele Absender spekulierten darüber, wie sie wohl aussehe. Minou Wittich („85C, sagt dir das was?“) amüsierte die mitunter plumpe Anmache, und sie entlarvte die baggernden Herren. Ein Charmeur kam sogar aus demselben Ort. Wittichs Reaktion: „Na sicher kenn wir uns. Gerade heute hab ich deiner Frau an der Kühltheke im Penny erzählt, dass du über Ebay mit mir anbandeln wolltest. Wir haben sehr gelacht...“
Nützliche Ideen gingen aber auch ein. Jemand schlug vor, man solle Geld spenden, um Wittichs Verlust zu begrenzen. Die versprach daraufhin, dass alles, was über das Mindestgebot von 3999 Euro hinausgehe, an die Kinderkrebshilfe gehe. Das Auto wurde genau für den geforderten Preis verkauft, und nebenher sind weitere 1267 Euro gespendet worden. Herr Tizza hat nun mehr Platz in seiner Werkstatt, in Rosbach herrscht wieder Frieden, und die langen Nächte am Computer haben Wittich zum Glück nicht verändert. „Jemandem zu helfen, der völlig verzweifelt ist“, sagt sie, „das würde ich immer wieder tun.“

Frank Janssen

Stern 51 / 2004, S. 142


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